Rhysida-Ransomware trifft Berlin — Deutschlands Hauptstadt unter Cyberangriff (2026)
Die Ransomware-Gruppe Rhysida drang im August 2026 in das Netzwerk der Berliner Landesregierung ein, stahl 5,79 TB an Daten und forderte ein Bitcoin-Lösegeld, das die Stadt nicht zahlte.
Was ist diese Bedrohung?
Im August 2026 drang die Ransomware-Gruppe Rhysida in das IT-Netzwerk der Landesregierung der deutschen Hauptstadt ein — das Berliner Landesnetz —, wenige Wochen vor einer Regionalwahl, und stahl sensible Verwaltungsdaten. Die Behörden bestätigten den Einbruch und lehnten es ab, die Lösegeldforderung der Angreifer zu zahlen.
Dieser Vorfall reiht sich in einen breiteren Trend ein: Deutsche Behörden berichten, dass staatlich unterstützte und finanziell motivierte Gruppen zunehmend die öffentliche Verwaltung ins Visier nehmen und Ransomware nicht nur zur Verschlüsselung von Systemen, sondern auch zum Diebstahl und zur Androhung der Veröffentlichung von Daten einsetzen — eine Taktik, die als doppelte Erpressung bekannt ist.
Zeitlicher Ablauf des Angriffs
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 7. August 2026 | Angreifer verschaffen sich Erstzugang zum Berliner Landesnetz |
| 7.–12. August 2026 | Unbemerkte Datenexfiltration findet statt |
| 14. August 2026 | Berlin trennt betroffene Systeme vom Netz |
| 17. August 2026 | Berlin macht den Vorfall öffentlich |
| 28. August 2026 | Rhysida veröffentlicht die gestohlenen Daten auf seiner Darknet-Leak-Seite und setzt eine Lösegeldfrist |
Die Angreifer hatten fast eine volle Woche Zugang zum Netzwerk, bevor jemand die Verbindung kappte — genug Zeit, um sich unbemerkt seitwärts zu bewegen und große Datenmengen zu kopieren.
Was gestohlen wurde
Laut der eigenen Veröffentlichung der Angreifer auf ihrer Leak-Seite:
Rhysida forderte ein Lösegeld von rund 30 Bitcoin (etwa 2,3 Mio. US-Dollar) und drohte, die Daten zu versteigern oder zu veröffentlichen. Der Regierende Bürgermeister erklärte, die Stadt werde nicht zahlen, und sprach von Erpressung.
Wie solche Angriffe typischerweise ablaufen
Rhysida und ähnliche Ransomware-Akteure müssen sich in der Regel nicht "einhacken" — sie loggen sich ein:
Warum das auch Sie betrifft — selbst wenn Sie nicht für den Staat arbeiten
Solche Datenlecks legen die persönlichen Daten gewöhnlicher Bürgerinnen und Bürger offen — Namen, Kontaktdaten und Finanzkennungen —, was gezieltes Phishing, Vishing und Identitätsdiebstahl befeuert. Angreifer nutzen häufig geleakte Daten aus Vorfällen im öffentlichen Sektor, um spätere Betrugsnachrichten glaubwürdiger und persönlicher wirken zu lassen.
Warnsignale-Checkliste
.berlin.de, .bund.de) entsprechenWie Sie sich schützen können
- Seien Sie wachsam bei Folge-Betrugsversuchen, die sich auf ein bekanntes Datenleck einer Behörde berufen, um seriös zu wirken
- Geben Sie niemals Passwörter, vollständige Kartennummern oder Einmalcodes am Telefon oder per E-Mail/SMS weiter
- Überprüfen Sie jede angebliche Behördennachricht, indem Sie die Stelle direkt über ihre offizielle Website kontaktieren
- Aktivieren Sie die Mehr-Faktor-Authentifizierung für alle Konten, insbesondere E-Mail und Online-Banking
- Verwenden Sie für jedes Konto einzigartige, starke Passwörter, damit ein Leck nicht weitere Konten gefährdet
- Wenn Sie beruflich mit IT-Systemen der öffentlichen Verwaltung arbeiten, stellen Sie sicher, dass der VPN-Zugang MFA erfordert, und spielen Sie Sicherheitsupdates zeitnah ein
- Verfolgen Sie offizielle Mitteilungen der Berliner Landesregierung, um zu erfahren, welche Daten genau betroffen waren
Was zu tun ist, wenn betroffen
- 1.Erhalten Sie eine verdächtige Nachricht, die sich auf dieses Datenleck bezieht, klicken Sie keine Links an — kontaktieren Sie die Behörde direkt über eine bekannte offizielle Nummer
- 2.Vermuten Sie, dass Ihre Daten im Berliner Leak enthalten waren, beobachten Sie Ihre Konten und E-Mails auf Anzeichen gezielten Phishings
- 3.Ändern Sie Passwörter für Konten, die möglicherweise Zugangsdaten mit kompromittierten Systemen teilen, und aktivieren Sie MFA
- 4.Wurden Finanzdaten (z. B. IBAN) offengelegt, informieren Sie Ihre Bank und achten Sie auf unbefugte Transaktionen
- 5.Melden Sie Phishing-Versuche dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) oder Ihrer örtlichen Polizei-Cybercrime-Stelle
- 6.Dokumentieren Sie verdächtige Kontaktversuche, falls Sie später Identitätsdiebstahl oder Betrug anzeigen müssen