Conti-Ransomware — Die korporative Ransomware-Bande
Conti-Ransomware-as-a-Service legte 2021 Irlands nationales Gesundheitssystem lahm und griff weltweit über 1.000 Opfer mit doppelter Erpressung und Datendiebstahl an.
Was ist diese Bedrohung?
Conti war eine der produktivsten und schädlichsten Ransomware-Gruppen der Geschichte, die von etwa 2020 bis 2022 als Ransomware-as-a-Service (RaaS)-Unternehmen operierte. Wie ein Franchise vergab Contis Kernteam seinen Ransomware-Code an Affiliate-Hacker, die Angriffe durchführten und 70 % des Lösegeldes behielten, während Conti 30 % einnahm.
Conti war Vorreiter der doppelten Erpressung: Nicht nur wurden die Dateien der Opfer verschlüsselt, sondern auch sensible Daten exfiltriert und mit Veröffentlichung auf einer öffentlichen Leak-Website gedroht, falls das Lösegeld nicht gezahlt würde.
So operierte es
Erster Zugang:
Laterale Bewegung:
Das Lösegeld:
Reale Auswirkungen
Die Conti-Leaks (Februar–März 2022):
Nachdem Conti öffentlich Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine unterstützte, leckte ein anonymer ukrainischer Forscher über 170.000 interne Chat-Nachrichten und den Quellcode. Die Enthüllungen zeigten, dass Conti wie ein modernes Tech-Unternehmen operierte: HR-Abteilungen, Leistungsbeurteilungen, Gehaltsstrukturen (Entwickler verdienten 1.500–2.000 $/Monat). Dies zerstörte die Gruppe Mitte 2022; Mitglieder gründeten Nachfolgegruppen (BlackBasta, Royal, Akira).
Warnsignale für Organisationen
Wie Sie sich schützen können
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Fernzugänge, VPN und Admin-Konten einführen — Conti nutzte häufig gestohlene VPN-Zugangsdaten
- Offline-Backups pflegen, die vollständig vom Netzwerk getrennt sind — Conti suchte und vernichtete verbundene Backup-Systeme zuerst
- VPN-Appliances und internet-exponierte Systeme sofort patchen — Conti nutzte bekannte Fortinet- und Citrix-Schwachstellen aus
- Endpoint Detection and Response (EDR)-Tools einsetzen, die Cobalt Strike und Lateral-Movement-Muster erkennen können
- Netzwerksegmentierung umsetzen, damit ein kompromittiertes System nicht zur vollständigen Netzwerkübernahme führt
Was zu tun ist, wenn betroffen
- 1.Incident-Response-Plan sofort aktivieren — betroffene Systeme isolieren ohne vollständiges Abschalten, um forensische Beweise zu bewahren
- 2.Spezialisierte Ransomware-Incident-Response-Firma kontaktieren, bevor Verhandlungs- oder Wiederherstellungsentscheidungen getroffen werden
- 3.Bei nationaler Cybersicherheitsbehörde und Strafverfolgung melden (Österreich: cert.at, Deutschland: BSI)
- 4.Kein Lösegeld ohne Rechts- und Expertenberatung zahlen — Zahlung garantiert keine Datenlöschung und kann in manchen Ländern Sanktionsgesetze verletzen
- 5.No More Ransom-Projekt prüfen (nomoreransom.org) — kostenlose Conti-Entschlüsseler können aufgrund des geleakten Quellcodes verfügbar sein