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Kritisch🎭 Social Engineering

Business Email Compromise (BEC) / CEO-Betrug

BEC/CEO-Betrug verleitet Mitarbeiter zu dringenden Überweisungen durch gefälschte Chef-E-Mails. 2023 verursachte er 2,9 Mrd. Dollar Schaden — Cyberkriminalität Nr. 1.

Veröffentlicht: 15. Januar 2026Zuletzt aktualisiert: 5. März 2026

Was ist diese Bedrohung?

Business Email Compromise (BEC) ist ein ausgeklügelter Betrug, der Unternehmen ins Visier nimmt, die regelmäßig Überweisungen durchführen. Angreifer kompromittieren entweder das echte E-Mail-Konto eines Managers oder fälschen es überzeugend und weisen dann Mitarbeitende in Finanz- oder HR-Abteilungen an, Geld auf betrügerische Konten zu überweisen — alles unter dem Deckmantel eines dringenden, vertraulichen Geschäftsbedarfs.

Der FBI-IC3-Bericht 2023 stufte BEC als Cyberkriminalität Nr. 1 nach Gesamtfinanzverlust ein — 2,9 Milliarden Dollar wurden weltweit von Unternehmen gestohlen. In Europa bezeichnet ENISA BEC als erstrangige Bedrohung für Unternehmen aller Größen.

So funktioniert es

Variante 1 — CEO-Überweisungsbetrug:

  • Angreifer recherchieren das Unternehmen auf LinkedIn und seiner Website: Wer ist CEO, wer verwaltet Finanzen, welche Projekte laufen.
  • Sie senden eine E-Mail, die scheinbar vom CEO stammt (gefälschte Adresse oder kompromittiertes Postfach), an den CFO oder Finanzmanager: „Ich brauche Sie, um heute eine vertrauliche Überweisung von 85.000 € abzuwickeln, um einen Deal abzuschließen. Bitte sprechen Sie mit niemandem darüber — ich erkläre es danach. Bitte bestätigen Sie, wenn erledigt."
  • Dringlichkeit und Geheimhaltung verhindern, dass der Mitarbeitende überprüft. Bis der Betrug entdeckt wird, ist das Geld abgehoben.
  • Variante 2 — Gefälschter Rechnungsbetrug:

    Angreifer kompromittieren die E-Mail eines Lieferanten, warten auf einen laufenden Rechnungsaustausch und senden dann aktualisierte Bankdaten für eine legitime ausstehende Rechnung. Das Unternehmen zahlt den korrekten Rechnungsbetrag — aber auf das Konto der Angreifer.

    Variante 3 — Gehaltsumleitung:

    HR erhält eine überzeugende E-Mail von einem scheinbaren Mitarbeitenden, der um Aktualisierung seiner Bankverbindung für die Gehaltsüberweisung bittet. Die nächste Gehaltszahlung geht an den Angreifer.

    2024–2026 — Deepfake-Video & -Audio:

    Anfang 2024 wurde ein Finanzangestellter in Hongkong dazu gebracht, 25 Millionen Dollar zu überweisen, nachdem er an einem Videoanruf mit Deepfake-Versionen seines CFO und seiner Kollegen teilgenommen hatte.

    Echte Beispiele

  • FACC AG (Österreich, 2016): Der Luft- und Raumfahrtzulieferer verlor 50 Millionen Euro bei einem BEC-Angriff, der den CEO imitierte — einer der größten bekannten BEC-Verluste in Europa.
  • Toyota Boshoku (2019): Ein BEC-Angriff über eine gefälschte Partner-E-Mail verursachte einen Überweisungsbetrug von 37 Millionen Dollar.
  • Hongkonger Konzern (2024): 25 Millionen Dollar überwiesen nach einem Deepfake-Videoanruf, der den CFO imitierte.
  • Das Bundeskriminalamt (BKA) meldet jährliche CEO-Fraud-Verluste von zig Millionen Euro im deutschsprachigen Raum.
  • Warnsignale

  • Eine Manager-E-Mail, die dringende, vertrauliche Überweisungen fordert — insbesondere außerhalb normaler Genehmigungsverfahren.
  • Anfragen zur Änderung von Lieferanten- oder Mitarbeiterbankdaten ausschließlich per E-Mail.
  • „Erzählen Sie niemandem davon" oder zeitlicher Druck kombiniert mit einer Finanzbitte.
  • Geringe Unterschiede in der Absender-E-Mail-Domain (z. B. firmenname.net statt firmenname.com).
  • Ein bekannter Kontakt schreibt plötzlich in anderem Stil oder zu ungewöhnlicher Zeit.
  • Wie Sie sich schützen können

    • Überprüfen Sie Überweisungsanfragen oder Kontoänderungen immer über einen separaten Kanal (Telefonanruf auf eine bekannte Nummer) — verlassen Sie sich nie allein auf E-Mail-Bestätigung
    • Führen Sie für alle ausgehenden Überweisungen ab einem bestimmten Betrag das Vier-Augen-Prinzip ein
    • Schulen Sie Finanz- und HR-Mitarbeitende speziell zu BEC-Mustern — Angreifer nutzen Dringlichkeit und Autorität aus
    • Aktivieren Sie DMARC, DKIM und SPF auf Ihrer Unternehmens-E-Mail-Domain, um Spoofing deutlich zu erschweren
    • Nutzen Sie E-Mail-Sicherheitstools, die externe E-Mails kennzeichnen, die interne Managernamen oder Domains imitieren

    Was zu tun ist, wenn betroffen

    1. 1.Bei Verdacht auf eine betrügerische Überweisung sofort die Bank anrufen — es gibt oft ein enges Zeitfenster (unter 24 Stunden), um eine Rückbuchung zu veranlassen
    2. 2.Bei der nationalen Cybercrime-Behörde melden (Deutschland: BKA, Österreich: Bundeskriminalamt) — schnelle Meldung verbessert die Wiederherstellungschancen
    3. 3.Alle E-Mails, Header und Kommunikationsprotokolle als Beweise sichern
    4. 4.Interne Überprüfung durchführen, um herauszufinden, wie Angreifer an Informationen gelangten
    5. 5.Cyber-Versicherer sofort benachrichtigen — die meisten BEC-Schäden sind nur bei Meldung innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens gedeckt
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